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Das Protokoll bestimmt die Abfuhr

Neue Abfuhrregeln und veränderte Gebühren

Die gute Nachricht zuerst: Aus der europaweiten Ausschreibung der Leistungen zur dezentralen Schmutzwasserentsorgung ist der langjährige regionale Partner des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Parchim-Lübz erneut als günstigster Anbieter hervorgegangen. Kunden im Verbandsgebiet können sich bei der Abfuhr aus ihren privaten Klärgruben somit weiterhin wie gewohnt auf die Dienste der Parchimer Kanalservice OHG verlassen.

"Der Parchimer Kanalservice war uns bisher immer ein starker und zuverlässiger Partner", sagt Michael Benkmann, Bereichsleiter Abwasser. "Deshalb freuen wir uns natürlich, dass unser Stamm-Betrieb die Ausschreibung für sich entscheiden konnte." Das Verfahren wurde über den Sommer 2013 hinweg durchgeführt. Im November schließlich wurde der Betrieb von der Verbandsversammlung mit den ausgeschriebenen Leistungen beauftragt.

Wartungsverträge sind maßgeblich

Einziger Wermutstropfen: Die Preise für den Verband und damit auch für den einzelnen Verbraucher mussten sich der allgemeinen Preissteigerung der letzten Jahre beugen und wurden den heutigen Verhältnissen angepasst. "Es gab leider eine deutliche Steigerung, die der Zweckverband an die Kunden der dezentralen Schmutzwasserentsorgung weitergeben muss." Die Abholgebühr je Grundstück liegt jetzt bei 37,44 Euro, die Mengengebühr pro Kubikmeter bei 9,69 Euro. Und auch die Reinigungsgebühr für eine Kleinkläranlage ist mit 16,05 Euro etwas teurer geworden. "Die Kalkulation des Anbieters ist für die Preise entscheidend. Daran kann der Zweckverband, der nach dem Prinzip der Kostendeckung arbeitet, nichts ändern", erläutert Benkmann. "Dafür sind höhere an der weitige Kosten ausschlaggebend, die Betriebs kosten der Kläranlagen zum Beispiel, die Kraftstoffkosten bei der Abfuhr, Lohnsteigerungen und vieles mehr." Ferner ergeben sich durch die aktuelle Gesetzeslage hinsichtlich der Einrichtung von privaten Kläranlagen weitere Veränderungen, die den Abfuhr-Turnus planungsintensiver machen: Wurden die früher üblich en 3-Kammer-Klärgruben ein Mal im Jahr gelehrt, so sind für die heutigen Kleinkläranlagen mit biologischer Klärung private Wartungsverträge bestimmend. Das heißt, die Wartung und Abfuhr der Anlagen erfolgt nach privat beauftragter Prüfung und Empfehlung – von Anlage zu Anlage unterschiedlich.

Wichtig Übermittlung der Protokolle

Stets zu beachten ist die Einhaltung eines maximalen Entleerungsabstandes von fünf Jahren. "Von der beauftragten Firma gibt es Wartungsprotokolle", sagt der Abteilungsleiter. "Sie sagen aus, wann die Abfuhr idealerweise erfolgen sollte. Es ist notwendig, diese Protokolle rechtzeitig an den Zweckverband zu übermitteln, damit wir die Abfuhr termingerecht planen oder – wenn kein Bedarf besteht – aus dem Tourenplan rausnehmen können. Die Übermittlung kann oft auch mit dem Wartungsunternehmen selbst vereinbart werden." Spätestens vier Wochen vor dem Abfuhrmonat laut Tourenplan, den der Zweckverband auf seiner Internetseite sowie in der Wasserzeitung 3/2013 veröffentlicht hat, muss das Wartungsprotokoll beim Verband vorliegen, damit der Termin getaktet werden kann. Zwei Wochen vor Abfuhr wird er dann dem Kunden gegenüber bekanntgegeben. Angesichts der Größe der zusammengestellten Touren versteht es sich von selbst, dass kurzfristige Änderungen in der Regel nicht mehr berücksichtigt werden können. Zudem sind die Kosten dann bereits angefallen. Der Kunde muss für seine verspätete Meldung daher nunmehr mit einem Gebührenbescheid rechnen, selbst wenn die Kleinkläranlage keiner Leerung bedarf", erklärt Michael Benkmann. Nur bei rechtzeitiger Vorlage der Protokolle (mindestens vier Wochen vor dem Abfuhrmonat laut Tourenplan!) können nicht notwendige Anfahrten sinnvoll im Turnus des Zweckverbandes berücksichtigt und zusätzliche Gebühren vermieden werden.